Terrassenüberdachung ohne genehmigung meschede
Technische anforderungen (din 18300, bauo NRW, din en 1997-1)
die standsicherheit und dauerhaftigkeit ihrer terrassenüberdachung hängt maßgeblich von einer fachgerechten gründung ab. Die folgenden normen und vorgaben sind hierbei maßgebend:
- din 18300 (vob/c erdarbeiten): diese norm regelt die ausführung von erdarbeiten, insbesondere den aushub für fundamente. Sie beinhaltet vorgaben zur sicherung von gräben und baugruben, zum schutz angrenzender bauteile und zur wiederverfüllung. Eine mindestaushubtiefe von 80 cm für fundamente in frostgefährdeten gebieten (frosttiefe) ist hier impliziert, um frosthebungen zu vermeiden.
- din en 1997-1 (eurocode 7 - entwurf, berechnung und bemessung von geotechnischen konstruktionen): dieser eurocode ist die grundlage für die bemessung von fundamenten und befasst sich mit den wechselwirkungen zwischen baugrund und bauwerk. Er fordert eine sorgfältige baugrunderkundung und die berücksichtigung der baugrundeigenschaften (z.B. Tragfähigkeit, setzungsverhalten, frostempfindlichkeit, quell- und schwindverhalten) bei der fundamentwahl und -bemessung. Bei lehmböden sind insbesondere das quell- und schwindverhalten sowie die frostempfindlichkeit zu berücksichtigen.
- bauo NRW (§ 3 allgemeine anforderungen): alle baulichen anlagen müssen standsicher sein und dürfen die öffentliche sicherheit oder ordnung nicht gefährden. Dies schließt die ordnungsgemäße gründung ein, die den lasten des bauwerks und den baugrundverhältnissen gerecht wird.
wichtiger hinweis zu lehmboden: lehmboden kann bei frost quellen (volumenzunahme durch gefrierendes wasser) und bei trockenheit schwinden (volumenabnahme). Daher ist eine frostfreie gründungstiefe von mindestens 80 cm, bei stark frostempfindlichen oder bindigen böden auch tiefer (bis zu 120 cm), zwingend erforderlich, um schäden durch frosthebungen oder setzungen zu vermeiden. Eine kapillarbrechende schicht unter dem fundament kann zusätzlich sinnvoll sein.
Häufige fehler bei der fundamentierung im lehmboden
als statiker habe ich im laufe der jahre zahlreiche mängel gesehen, die vermeidbar gewesen wären. Hier sind einige dokumentierte fälle und wie sie diese vermeiden können:
- unzureichende frosttiefe: ein bauherr in meschede unterschätzte die frosttiefe bei seinem lehmboden. Das resultat waren risse in den pfostenauflagern und eine instabile konstruktion nach dem ersten winter. Halten sie die mindesttiefe von 80 cm (besser 100-120 cm bei stark bindigen böden) unbedingt ein und schaffen sie eine kapillarbrechende schicht aus grobkies.
- fehlende drainage bei hohem grundwasser: in gebieten mit hohem grundwasserspiegel oder staunässe kann fehlende drainage zu aufweichung des bodens und damit zu setzungen führen. Ein bauherr in der nähe von meschede erlebte setzungsschäden, weil er keine ringdrainage um die fundamente gelegt hatte. Bei bedarf ist eine fachgerechte drainage unumgänglich.
- nicht berücksichtigtes quell- und schwindverhalten von lehm: reiner lehm kann bei feuchtigkeitsaufnahme quellen und bei trockenheit schwinden. Dies führt zu vertikalen bodenbewegungen. Ein fehlendes statisches konzept zur kompensation dieser bewegungen führte bei einem projekt zu einer schiefstellung der gesamten überdachung.
- fehlende plinten oder unzureichende fundamentflächen: ein bauherr in meschede erhielt ablehnung für eine nachträgliche genehmigung wegen fehlender plinten, die die lasten der pfosten auf eine ausreichend große fundamentfläche verteilen. Prüfen sie stets das bodengutachten (falls vorhanden) oder führen sie eine einfache bodenprobe durch.
Schritt-für-schritt: ihre terrassenüberdachung in meschede
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Schritt 1: örtliche vorschriften und baugrund prüfen
informieren sie sich bei der stadt meschede über bebauungspläne und lokale bauvorschriften für ihr grundstück. Besorgen sie sich idealerweise einen auszug aus dem flächennutzungsplan. Führen sie eine einfache bodenprobe durch: bohren sie 60 cm tief. Bei klebrigem, rissigem material handelt es sich wahrscheinlich um lehm. Dokumentieren sie die bodenart.
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Schritt 2: fundamenttyp und dimensionierung festlegen
basierend auf der bodenart (z.B. Lehm), der zu erwartenden last der terrassenüberdachung (eigengewicht, schnee- und windlast gemäß din en 1991-1-3 und din en 1991-1-4) und der erforderlichen frostfreien tiefe (mindestens 80 cm, bei lehm in meschede besser 100-120 cm) wählen sie den passenden fundamenttyp (punkt-, streifen- oder schraubfundament). Planen sie eine ausreichende fundamentfläche zur lastverteilung.
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Schritt 3: fundamente fachgerecht ausführen
heben sie die baugruben gemäß din 18300 in der benötigten tiefe aus. Sorgen sie für eine kapillarbrechende schicht unter dem fundament, insbesondere bei lehmboden. Schalen und betonieren sie die fundamente mit beton c25/30 unter beachtung der bewehrungspläne. Achten sie auf eine saubere oberfläche und exakte maße für die pfostenanker. Lassen sie den beton ausreichend aushärten.
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Schritt 4: dokumentation und qualitätskontrolle
dokumentieren sie den gesamten bauprozess sorgfältig mit fotos und skizzen, insbesondere die fundamentgründung vor dem betonieren und die maße. Dies kann bei späteren fragen oder einer eventuell doch benötigten nachträglichen genehmigung von unschätzbarem wert sein. Prüfen sie kontinuierlich die ausführung auf maßhaltigkeit und einhaltung der technischen vorgaben.
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